Nachgedacht_2go1_jensaugust… and more… Was denn, bitteschön? Hauptsache vorne stimmt’s irgendwie. Darauf scheint es nämlich bei der phrasierenden Verschleierung heutiger Werbewörter anzukommen: Am Blödsinn sollt ihr es erkennen! In moderater Hinnahme dieses Quatsches könnte ich die Tastatur einfach zur Seite schieben und mir die Ausgeburten sprachkonformistischer Hilflosigkeit gefallen lassen. Es geht aber nicht mehr. Es hat sich ausgeflatet.

Die Unkreativen der Werbetextung beschreiben sich gleichsam selbst: flat – flach eben. Doch das ist nicht alles. Einem Online-Dictionary lassen sich weitere, in ihrer Gesamtheit recht ausdifferenzierte Übersetzungsangebote entnehmen: leer, platt, plan, flau, kontrastarm, geschmacklos, schal und pauschal. Now we’re getting somewhere! Rücken wir den text-ilen Leichtmatrosen etwas auf die Pelle.

Derart genervt von der Einfallslosigkeit der eigentlich genialisch angedachten Titel- und Namensgenerierung, soll mein gallisches Sekret sprachkritischer Empörung im digitalen Ozean verdünnen – auf das jeder etwas davon abbekomme. Nämlich alle, die es verbraten und die es hinnehmen!

Der Kompositum-Wildwuchs und Silben-Salat scheint allenthalben Methode zu haben, das Präfix-Paradoxon scheint die Königsdiziplin der Wortkuppler zu sein. Die unaufhörliche Absonderung des Absonderlichen ist bloß verquaste Etikettenduselei, pure Anbiederung an das Massenkompatible, Allgemeine, ist kalkulierte Gleichmacherei und ein Für-dumm-halten, was besonders verwerflich ist, wenn es von McDoofies betrieben wird. Die Kategorisierungswut der Marketingstrategen gebärdet sich brachial, gewissenlos und kulturvergessen.

Wortkreationen mit Pappmaschee-Kulisse. Schöpfungsarmut mit Dekorbrutalität.

Wohin geht die Reise? In das Land der Moral-Flat, der Assholism-Bonus-Card? Sind wir schon so unbedarft oder haben wir ganz einfach den Globaltrotteln der Ökonomisierung das Feld überlassen?

Die Situation ist in der Tat zum Verzweifeln komisch: Einerseits wird jede Petitesse zum Aufreger aufgebläht – aber da, wo es um etwas geht, ergehen wir uns in Indifferenz, ergeben uns einem abstrusen Sprachdiktat. Terminologischer Kokolores feiert gerade online fröhliche Urständ!

Das Verständnis für Kultur sollte unteilbar sein – und Sprache ist der wichtigste Kulturträger. Hier stehen alle in der Verantwortung. Ach, wie wohlfeil. Der macht sich ganz schön dicke mit seinem Kulturgeseire. Ja, das kann ich ertragen – und zwar herzlich gern! Lieber so, als sich in der Fun-Factory totzulachen.

It’s time to let go To-go now!