Image_FataleWortbarriere

Aus Betroffenheit… eigentlich aus professioneller Verärgerung über eine sprachübergreifende semantische Verkomplizierung, darf ich mich hier freimütig entladen. (Allein, es wird nichts nützen… aber es tut zuweilen ungemein gut.)

Nun, dies: Will man einem Nicht-Deutschen beibringen, dass man Texter sei, so stößt man beim Gebrauch dieses Begriffs auf pures Unverständnis. Ein Deutscher versteht im Gegenzug den Begriff Copywriter womöglich in einem kriminellen Kontext. Eine Fatalität.

Gerade im Bereich Werbung/Agenturwesen (zu dem ich mich in aller Bescheidenheit zugehörig fühle) zeigt sich eine fast völlige Dominanz – oder positiv gewendet: ein globaler Anwendungskonsens angelsächsischer Vorgaben, sprich Vokabeln.

Weder das eine noch das andere Wort hat in der jeweils anderen Sprache eine Einbürgerung erfahren. Davon abgesehen tun sich die Angelsachsen besonders schwer damit. Sie sind schlichtweg in einer komfortableren, sprich Mehrheitsposition und haben es nicht nötig. Also, fügt man sich besser. Ich plädiere somit für die Einführung des Wortes Copywriter für das (ge-) werbliche Texten.

Doch der Begriff ist nicht durchsetzbar, sein Einzug in den deutschen Sprachraum wird – leider – nicht stattfinden. Dieses Kompositum Copy-Writer ist in seiner Zusammensetzung hierzulande zu un- bzw. missverständlich und somit nicht kommunizierbar.

Der folgende Aphorismus von Marie Ebner-Eschenbach, mit dem ich meine Einlassung schließen möchte, bringt die Sache auf einen geistreichen Punkt:

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten.