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Auszug aus einem Schulbuch dieser Tage:

Arbeitet nun zu zweit. Lest den rechts stehenden Text (S.7) folgendermaßen: Eine/r ist Zuhörer/in, der /die andere ist Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen. Der/die Vorleser/in muss angeben, ob die Zusammenfassung richtig war. Wechselt euch nach jedem Textabschnitt in der Rolle ab.

Eigentlich hat man alles gesehen, was man nicht sehen will. Wow, das muss auch optisch erst einmal verdaut werden. Was kommt einem da in den Sinn: Smash the Slash!

Was aber kann man tun? Irgendwie muss ja das weibliche Geschlecht zum Zuge kommen.

Wir wissen, es gibt

– ein sexuelles Geschlecht
– ein soziales Geschlecht
und daraus abzuleiten
– ein grammatikalisches Geschlecht.

Nur, wie stellt man es dar – und wie formulieren, ohne das einem die Ohren wehtun und man laut Scheiße rufen möchte? Eine Lösung, die sich ästhetisch wie semantisch-grammatikalisch aus- und durchhalten ließe, ist für mich nicht wirklich in Sicht.

Die Bedeutungsschichten über- und belagern sich in Form von sprachwissenschaftlichen Institutionen, radikal-feministischer Gesinnung sowie einer dumpfen Correctness-Apologie.

Mein männlicher Assholism, eine psychische Last, die man wohl sein ganzes Leben mit sich herumschleppt, hatte für dieses Thema nur geschlechtsspezifische Abscheu und ein süffisantes Lächeln übrig.

Erst kürzlich stand in der seriösen SZ von hauptberuflich berufener Feder zu lesen, dass doch die gendergerechte Sprache nicht nur wichtig und sinnvoll sei, sondern auch politische Verpflichtung. Die Doktrin, das generische Maskulinum umschließe beide Geschlechter, mache die Frauen besser unsichtbar als jede Burka. Das kann nur von einem ach so aufgeklärten Europäer kommen, dessen intellektuelle Verstiegenheit Vergleichsbilder von den vermeintlich unaufgeklärten Orientalen importiert. Aber es ist ja was Wahres an der Sache.

Braucht der Kategorische Imperativ vielleicht ein kleines Schwesterlein? Etwa: Rede und schreibe so, dass sich kein Geschlecht auf den Schlips getreten fühlt und jederzeit zum allgemeinen Sprachgebrauch werden kann. Eine communis oratio für beide Geschlechter. Kein unsympathischer Gedanke – aber auch praktikabel?

Es hat zuweilen den Anschein, dass eine Unzahl von Lehrstühlen quer durch Deutschland aus intellektueller Überkapazität immer absurdere gendergerechte Sprachdogmen produziert. Dass gerade Pädagogen den Youngstern das Lesen lernen vermiesen und unnötig schwer machen, verwundert doch sehr. Eine Gegenwehr formiert sich schon… Ist hier ein Kulturkampf der Geschlechter im Gange? Frauen gegen Männer? Traditionalisten versus Genderianer? Was geht wirklich ab?

Es geht hier nicht nur um einen barrierefreien Lesefluss, es geht vor allem um die Unfriedenstifter zwischen ihr und ihm, die unerbittlichen Geschlechterspalter. Es sind die Erinnyen einer Jahrtausende währenden Unterdrückungs(kultur)geschichte, die über das Ziel hinausschießen. Ideologiegesteuert, sprachkulturell fehlgeleitet, frustriert.

 

Bald geht’s weiter…